Erste Wiener Hochquellwasserleitung

Die Quellen der größtenteils mit Ziegelmauerwerk erbauten Kaiser Franz Josefs-Wasserleitung, wie die Erste Wiener Hochquellwasserleitung ursprünglich hieß, liegen bei Kaiserbrunn im Schwarzatal zwischen dem bis zu 2.007 m hoch gelegenen Hochplateau der Rax und dem Schneeberg, dem mit 2.076 m höchsten Berg Niederösterreichs. Im Laufe der Jahre wurden noch weitere Quellen, wie die in Gußwerk oder am Fuß der Schneealpe, in die Erste Wiener Hochquellwasserleitung eingespeist. Der Verlauf führt von Kaiserbrunn über Hirschwang durch das Höllental mittels 3 km langen Stollen und dann durch einen gemauerten Kanal weiter über Payerbach, Neunkirchen, Bad Vöslau, Baden, Mödling bis in die Wasserspeicher wie den Hochbehälter am Rosenhügel im 13. Wiener Gemeindebezirk, von wo es dann weiterverteilt wird.

Das Wasser fließt 16 Stunden bis es in Wien eintrifft. Der Höhenunterschied beträgt 276 m. Es erwärmt sich dabei um 1,5 - 2 °C. Da das Wasser die gesamte Strecke über in freiem Gefälle fließt, sind keine Pumpstationen notwendig. In den Jahren 1953 - 1959 wurde in Neusiedl am Steinfeld der Wasserbehälter Neusiedl am Steinfeld mit einem Fassungsvermögen von 600.000 m³ errichtet, der einer der größten Wasserbehälter Europas ist. Der zwischen 1965 und 1968 errichtete Schneealpenstollen ermöglicht auch die Einspeisung von Quellwasser aus der Steiermark.

Das Rohrnetz für die erste Wiener Hochquellwasserleitung wurde von der Firma Elsner & Stumpf, die viele Bauten mit Wasserleitungen ausstattete, errichtet.

Entlang der I. Wiener Hochquellwasserleitung wurde auch ein Wanderweg eingerichtet, der von Kaiserbrunn bis Gloggnitz und Bad Vöslau bis Mödling führt.

Die Quellengebiete auf Rax und Schneeberg gehören großteils der Gemeinde Wien, werden von der Forstverwaltung der Stadt Wien bewirtschaftet und sind heute fast zur Gänze als Wasserschutz-, Quellenschutz- und Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

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