Die Wiener Wasserversorgung

Wiener Wasserversorgung

Die Wiener Wasserversorgung wird durch zwei Wasser - Hochquellenleitungen (auch Hochquellwasserleitung bezeichnet) sowie verschiedene Grundwasserspender, die in Ausnahmefällen in das Waasser-Leitungssystem eingespeist werden, gewährleistet. Insgesamt können damit täglich bis zu 589.000 m³ Trinkwasser in die österreichische Bundeshauptstadt geleitet werden. Wasser ist ein Eckpfeiler der hohen Lebensqualität in Wien. Ohne unser hochwertiges Wasser-Versorgungssystem wäre Wien nicht das, was es ist.

Wasser - Trinkwasser

Der durchschnittliche Wasser - Tagesverbrauch liegt bei etwa 375.000 m³ Trinkwasser das entspricht etwa 221 Liter pro Einwohner (Stand 2010). Der höchste Wasser - Tagesverbrauch betrug im Jahr 2006 510.200 m³, der niedrigste 297.080 m³. Das Wasser - Rohrnetz in der Stadt hat eine Länge von 3.294 km (2010) und versorgt rund 100.000 Häuser in Wien mit Wasser. Betreiber der gesamten Wasserversorgung ist die Magistratsabteilung 31 (Wiener Wasserwerke) der Gemeinde Wien, die für Betrieb und Instandhaltung zuständig ist. Verbrauchtes Wasser wird durch die Wiener Kanalisation abgeleitet.

Geschichte des Wiener Wasser

Bereits zur Römerzeit versorgte eine mehrere Kilometer lange Wasserleitung das damalige Kastell Vindobona. So wurde das Wasser aus dem Gebiet des heutigen Perchtoldsdorf und Gumpoldskirchen an der Thermenlinie bezogen. Es waren bereits etwa 5.000 m³ Wasser täglich. Nach dem Ende der römischen Herrschaft verfiel das unterirdische Wasser - Leitungssystem allerdings, und vom Mittelalter bis ins beginnende 16. Jahrhundert hinein wurde der Wasserbedarf wieder aus Hausbrunnen gedeckt. Durch den lehmigen Untergrund und die damaligen hygienischen Bedingungen wurde die Qualität des Brunnenwassers aber laufend schlechter.

Erste Ideen zur Wiener Hochquellwasserleitung

Erst nach dem großen Brand im Jahre 1525 wurde wieder über die Errichtung eines Wasser - Verteilungssystems nachgedacht, vor allem um die Löschwasserkapazitäten zu erhöhen. 1562 erhielt der kaiserliche Hof schließlich als erster seine eigene Wasser - Zuleitung durch die Siebenbrunner Hofwasserleitung, die im Auftrag König Ferdinand I. errichtet wurde. Das Wasser wurde in sieben Brunnen in Oberreinprechtsdorf (Bezirksteil von Margareten) gesammelt und in gusseisernen Rohren zu einem Reservoir unter der Augustinerbastei in Wien geleitet, von wo das Wasser wiederum in die Hofburg weitergeleitet wurde.

Frisches Wasser für die Bevölkerung

Ab 1565 wurde mit der Hernalser Wasserleitung schließlich auch für die Bevölkerung Frischwasser zugeleitet. Von den ursprünglichen 1.500 m³ Wasser pro Tag blieben später nur 45 m³. Das Wasser wurde nun aus öffentlichen Wasser - Brunnen von so genannten Wasser - Männern und Wasser - Frauen verkauft. Kaiser Karl VI. hingegen ließ sich das Wasser aus Kaiserbrunn von Wasser - Reitern in Bottichen bringen. Von der Quelle, die der Kaiser bei einer Jagd entdeckte, dauerten diese Transporte jeweils zweieinhalb Tage.

Im 17. Jahrhundert versorgte der Wasser - Brunnen am Neuen Markt, welcher von einer Wasser - Quellenleitung gespeist wurde, die ersten Stadtteile mittels einiger kleinerer Wasserleitungen mit Frischwasser. Dies blieb bis weit ins 19. Jahrhundert hinein das einzige Wasser - Leitungssystem innerhalb von Wien. So genannte Wasserer - sie verkauften Wasser aus Tanks auf ihren Pferdewagen, mit welchen sie durch die Stadt fuhren - und Hausbrunnen versorgten weiterhin den größten Teil der Bevölkerung mit Wasser. Im Jahr 1804 wurden erstmals auch die damaligen Vorstädte dank der Albertinischen Wasserleitung von Hütteldorf aus mit Wasser versorgt, die unter Albert von Sachsen-Teschen erbaut wurde. Da mit dem Wachstum der Stadt auch die Verschmutzung zunahm, kam es 1830 erstmals zu einer Cholera-Epidemie in Wien, an welcher bis Dezember 1831 rund 2.000 Menschen starben.

Erstes flächendeckendes Wasserleitungssystem

Zwischen 1835 und 1841 schließlich wurde das erste flächendeckende Wasser - Leitungssystem Wiens gebaut: Die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung, welche täglich 20.000 m³ filtriertes Donau - Wasser in die Stadt brachte. Das Wachstum der Stadt überforderte dieses Wasser - System allerdings schon bald - pro Tag waren nur etwa vier bis fünf Liter Wasser für jeden Bewohner möglich. Da das Wasser aus dem nahegelegenen Donaukanal entnommen wurde, war das Wasser auch nicht viel reiner als das aus den Hausbrunnen. Viele Typhus- und Cholerafälle zwangen zum Handeln.

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