Zweite Wiener Hochquellwasserleitung

Zweite Wiener Hochquellwasserleitung

Die zweite Wiener Hochquellwasserleitung wird von Quellen im Hochschwabgebiet gespeist. Sie wurde 1910, ebenfalls von Kaiser Franz Joseph, eröffnet. Auch sie hat ausreichend Gefälle bis Wien, sodass keine Pumpen benötigt werden. Wie bei der ersten Hochquellwasserleitung sind bereits im Quellgebiet große Höhenunterschiede vorhanden. Dieser Druck wird in Turbinen als Druckbremse abgebaut, die die Umgebung von Wildalpen bis Mariazell mit Strom versorgen. Eines der bekanntesten dieser Kraftwerke ist das Wasserleitungskraftwerk Gaming. Die 200 km lange Leitung, die großteils mit Steinen gemauerten Stollen besteht, führt über 100 Aquädukte und 19 Düker, die aus Gussrohrleitungen errichtet wurden, da sie stellenweise bis 9 bar aushalten müssen. Das Wasser benötigt ungefähr 36 Stunden für die Strecke aus dem Quellengebiet bis Wien. Auch bei der Zuleitung in den Hochbehälter in Lainz ist der Druck des Zulaufes so stark, dass dort ebenfalls eine Turbine eingebaut wurde, welche jetzt wieder zur Energiegewinnung reaktiviert werden soll. Im Bereich größerer Flüsse sind Ablassschleusen eingebaut, die ein Entleeren der Leitung für Wartungs- und Reinigungsarbeiten, der sogenannten Abkehr ermöglichen.

Die größte der Quellen ist die Kläfferquelle am Fuß des Hochschwabs im steirischen Salzatal, die bei Schneeschmelze eine Schüttung von 10.000 l/s hat (das sind ca. 860.000 m³ oder 860 Mio. Liter pro Tag) und damit zu den größten Trinkwasserquellen Europas zählt. Allerdings hat die Leitung nur ein Fassungsvermögen von 210.000 m³ täglich bei einem durchschnittlichen Leitungsquerschnitt von 1,16 bis 1,92 m Breite und 1,58 bis 2,08 m Höhe.

Der Verlauf der Leitung führt von Wildalpen, Lunz am See, Scheibbs, Wilhelmsburg und Neulengbach über Preßbaum nach Wien.

Der größte Teil des Quellengebietes gehört der Gemeinde Wien, die es vom Stift Admont gekauft hatte.

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